Micheal von Erlenbachgeb. 1963 in Helbronn Sontheim | lebt und arbeitet in Berlin Förderprojekt 1999 ![]() Ausbildung Studium der Bildhauerei bei Prof. Inge Mahn Studium der Malerei bei Prof. Peter Chevalier Aufbaustudium Malerei Ausstellungen
Axel, Thomas D. und andere Portraits sind das zentrale Thema der Arbeiten Michael von Erlenbachs. Seit 1996 setzt er sich mit Portraitdarstellungen, die von jeher ein wichtiger Aspekt in der Kunst waren, auseinander. Über das Selbstbildnis, die Hinterfragung des eigenen Ichs und der Selbstreflektion als Individuum und Künstler, gelangt er zu Portraits von Personen aus seiner Umgebung. Ganz bewußt sucht er dabei den Dialog mit dem kunsthistorischen Background.Anlehnungen an die Künstler der Frührenaissance und die Frühen Niederländer, allen voran Piero della Francesca und Jan van Eyck, finden sich nicht nur in den Bildausschnitten (Brustportraits) und den kleinen Formaten, sondern auch in der Malweise. Mit der von ihm entwickelten Gießharztechnik setzt er die mittelalterliche Lasurtechnik in eine moderne Form um. Ein Portrait besteht aus 4-5 kongruenten, mit Ölfarbe bemalten Pergamentpapieren,die zwischen einzelnen Gießharzschichten liegen. Mit jedem Millimeter läßt von erlenbach das Gesicht aus sich heraus entstehen.Die Direktheit der Portraits – die dargestellten Personen blicken meist aus dem Bild heraus – ziehen den Betrachter in ihren Bann. Doch nicht nur räumlich wahrt die letzte Gießharzschicht die Distanz. Seltsam vertraut, aber letztendlich verschlossen, steht die dargestellte Person dem Betrachter gegenüber, der an der Oberfläche des Bildes zurückbleibt. Sein Wunsch, dem Dargestellten näher zu kommen, bleibt unerfüllt. Die Arbeiten entwickeln eine eigentümliche Tiefe und aus dieser heraus eine ungewöhnlich starke Präsenz, obwohl sie auf den ersten Blick eher unscheinbar wirken. Die Gesichter tragen Spuren ihres Inneren, wecken Assoziationen und Emotionen. Sie bieten Identifikationsflächen für den Betrachter. von erlenbach fungiert letztlich als Mittler: der Betrachter und auch der Künstler selbst, sehen sich und ihre eigene Identität in Abgrenzung zur dargestellten Person. Der repräsentative Aspekt, der oft zur zentralen Bestimmung des Portraits wird, gelangt in den Hintergrund. Entbunden von Raum und Zeit, ohne charakterisierende Gegenstände, macht von erlenbach sich, im wörtlichen Sinn, sein eigenes Bild dieser Personen. Um sich den vielschichtigen Aspekten des Portraits anzunähern arbeitet er parallel mit den unterschiedlichsten Medien. Dazu gehört die Serie „Reflections“, in Öl auf Leinwand ausgeführte Portraits, die in ihren Ausschnitten an die Sprache der Medien anknüpfen, wie auch die Videoportraits, in denen die einzelnen Personen sich selbst beschreiben („Autoportraits“). P+O+R+T+R+Ä+T das immergleiche hat sich verändert es steckt in den poren ich öffne die oberfäche von innen raus mal sehen was kommt der duft ist strenger geworden er hat sich angesammelt gleichmäßig verteilt die erlebnisse feine eindrücke, aufgenommen über die zeit die glätte ist einer rauheit gewichen die den ansatz der verwitterung in sich trägt noch sind keine risse zu sehen manche stellen scheinen dünner ich steck den finger in den bauchnabel und schaue ob ich mich verstecken kann in mir endlos spürt die hand dem körper entlang fläche enge hülle es pulsiert; nässe macht dich glatt schafft momente der klarheit schon sind die poren wieder geschlossen die tiefe weicht der oberfläche ohne diese zu negieren erinnerung; ich reibe meine zehen aneinander morgens braungeränderte augen blonde farbigkeit michael von erlenbach | |||||||||||||||||||||||||||||