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Christine Erhardgeb. 1969 in Crailsheim | lebt und arbeitet in Düsseldorf
Förderprojekt 1999

Ausbildung
| 1998 |
Akademiebrief |
| 1996 |
Meisterschülerin bei Prof. Fritz Schwegler |
| 1992-1998 |
Studium der freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf |
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| Einzelausstellungen |
| 2006 |
Gutgarkaudazzel, Ortart, Nürnberg (mit Ralf Werner) |
| 2005 |
Christine Erhard, SWR Galerie, Stuttgart |
| 2004 |
NEUES BAUEN, Galerie Adler, Frankfurt
CBK Nijmegen (mit Batia Suter) |
| 2003 |
Galerie von der Milwe, Aachen |
| 2002 |
Goethe-Institut, Mailand
Kunststiftung Baden-Württemberg, Stuttgart, mit Marc von Criegern |
| 2001 |
www.mmki.de, Museum für moderne Kunst im Internet
Galerie Bodo Niemann, Berlin
Interieurs; Kunstadapter Wiesbaden |
| 1999 |
aus der Sammlung des Museum-Müller, Kunstadapter, Wiesbaden |
| 1998 |
Schnitt - Ausstellungsraum, Köln, mit Anneke de Boer
Düsseldorf Artists & Archive, High Street Project Gallery, Christchurch, Neuseeland
Blick in die Ausstellung, Galerie Bodo Niemann, Berlin |
| 1997 |
Sommeratelier im Kulturbahnhof Eller, Düsseldorf, mit Judith Samen |
| 1996 |
Blick in die Ausstellung, Buchprojekt |
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| Gruppenausstellungen (Auswahl) |
| 2006 |
Just photo!, Columbus Art Foundation zur Gast bei der HSH Nordbank AG, Hamburg |
| 2005 |
Euregio Kunstpreis 2005, Museum Katharinenhof, Kranenburg
Szenen & Positionen zeitgenössischer Fotografie, Kunststiftung Baden-Wuerttemberg
Photo-London, Art Frankfurt, Scope New York, mit Galerie Adler
Skywatch, K26, Frankfurt am Main |
| 2004 |
Heute hier, morgen dort, Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster
Kunststiftung Baden-Württemberg in der Württemb. Landesvertretung Berlin
Umbo-Fotopreis, Kulturbahnhof Eller
Landschaft, KÖLNPHOTO-Sonderausstellung und Galerie Adler, KUNSTKÖLN |
| 2003 |
Umbo-Fotopreis, Städtische Galerie Lippstadt
Städt. Kunstmuseum, Singen
Galerie van Dedem & Tielkemeijer, Olst, Niederlande
Wonderlands - Perspektiven aktueller Photographie, Museum Küppersmühle, Duisburg
Modellierte Wirklichkeiten, Oberösterreichische Landesmuseen, Landesgalerie, Linz (Kat.)
Zeitgenössische Deutsche Fotografie, Museum Folkwang, Essen; Nationale
Litauische Gemäldegalerie, Vilnius; Kunsthalle Arsenal, Riga (Kat.) |
| 2002 |
Raum ohne Raum, Allianz Versicherungs-AG Köln (Kat.)
Mixed Media, BBK Stapelhaus, Köln (Kat.)
EAST international, Norwich Gallery, Norwich School of Art and Design, Norwich
Places of life, Scuderie Medicee, Poggio ai Caiano (Prato), Italien (Kat.)
Transistor, Museum het Valkhof, Nijmegen (Kat.)
Architektur und Landschaft, Galerie Bodo Niemann, Berlin |
| 2001 |
Stipendiatenausstellung, Schloss Ringenberg, Hamminkeln
Nowadays, Galerie Spazio Erasmus Brera, Milano
review - preview, Kunstadapter Frankfurt
Young German Photography, De March & Solbiati, Legnano (Mailand) |
| 2000 |
Trendwände, Kunstraum Düsseldorf |
| 1999 |
Neuland - Die Landschaft in der zeitgenössischen Fotografie, Nassauischer
Kunstverein, Wiesbaden (Kat.)
Städtische Galerie Lüdenscheid
Reconstructing Space: Architecture in Recent German Photography, Architectural Association, London (Kat.) |
| 1998 |
terminal, Musashino Art University, Tokyo |
| 1997 |
5, Kunstverein Heinsberg (Kat.) |
| 1996 |
Raum/Zeit Bild/Raum, Museum Folkwang, Essen; Konstmuseet Göteborg;
Valokuvataiteen Museo Helsinki (Kat.) |
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| Stipendien und Preise |
| 2005 |
Fördergabe für junge Kulturschaffende der internationalen Bodenseekonferenz, Konstanz |
| 2002 |
Künstlerinnenpreis des Landes NRW im Bereich Fotografie, Förderpreis
Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg |
| 2001 |
Stipendium Schloß Ringenberg des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW 2002 |
| 1996 |
Stipendium für zeitgenössische deutsche Fotografie der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung, Essen |
In Christine Erhards Bildern fehlt jede Idee von Zeit im Sinne von Vergänglichkeit. Es existiert keine Vorstellung von Gestern, Heute oder Morgen in ihren Fotografien. Es ist diese Abwesenheit eines zentralen Moments des Lebens, die ihre Bilder, auch wenn sie fast banal anmutende Alltagsszenen zeigen, seltsam entrückt und unwirklich erscheinen lassen.
Immer wieder greift Christine Erhard Motive auf, wie sie uns vertraut sein könnten: Da sitzt ein Mann am Küchentisch, neben sich Gummibaum und Schrank, oder ein Herr im Freizeithemd sitzt bei geschlossenen Vorhängen neben einem Ledersofa und blickt forschend in die Kamera. Etwas befremdet sehen wir den Besuchern eines Museums zu, wie sie andächtig vor leeren Vitrinen stehen. In kleinen Modellräumen läßt Christine Erhard ihre Protagonisten auftreten, arrangiert die Versatzstücke ihrer Interieurs in neue Zusammenhänge. Fast alles hierin ist Schein: Die Menschen hat Erhard aus Prospekten herausgeschnitten und als Pappsilhouetten in das Modell gestellt.Der Teppich auf dem Boden,die Bilder an der Wand, die Zimmerpflanzen im Übertopf, sie alle sind nur die fotografischen Abbilder dieser Gegenstände und als Staffagefiguren in eine miniaturisierte Kulisse gesetzt.
Christine Erhard reproduziert diese Szenarien mit der Kamera und führt damit Realitätsfragmente aus unterschiedlichen Quellen in einer neuen Bildwirklichkeit,auf einer gemeinsamen Bildoberfläche zusammen.
Wenngleich die Bildelemente nun ein intaktes Gefüge zu ergeben scheinen, so bleiben sie doch in einer beziehungslosen Distanz zueinander. Die Menschen in Erhards Bildern wirken isoliert in fremder, fast feindlicher Umgebung. Sie agieren in fiktiven Räumen, die anderen Regeln unterliegen als unsere stofflich greifbare Welt. Ihre Fotografie simuliert Wirklichkeit, in dem sie die visuelle Erscheinung der Dinge modellhaft rekonstruiert. Die Spuren dieser Rekonstruktion sind dabei noch sichtbar: wechselnder Lichteinfall innerhalb der Räume, unstimmige Perspektiven oder die überscharfen Konturen der Figuren zeugen von ihrer fremden Herkunft und lassen sie in ihrer neuen Umgebung nicht ganz heimisch werden. Indem das fotografische Abbild der Wirklichkeit selbst zum Modell wird und schließlich als Kopie der Kopie in diesen Fotografien auftaucht, verschieben sich endgültig die Ebenen der Realität und der künstlerische Herstellungsprozess scheint sich umzukehren. Realität ist in den Bildern nur noch als Zitat, als Fragment, als ein fernes Echo wahrzunehmen. Es sind virtuelle Bilder, die die Realität in ihren Möglichkeitsformen vorstellen, in denen das zeitliche Moment bis in die Endlosigkeit reproduziert zu sein scheint, in denen der Raum nicht als ein in drei Dimensionen klar gegliedertes Gebilde erscheint, sondern sich in seiner Ausdehnung vielfach gebrochen und mehrdimensional zeigt.
R.W. |