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Bernhard Bretz / Matthias Holliger, Elizabeth Cooper, Nikola Röthemeyer, Judith Samen, Andreas Schlaegel und Judith Schwinn


Eine Ausstellung von Jörg van den Berg und Tilo Schulz.

Als zweite Ausstellung nach der Umwidmung zur Kunsthalle Ravensburg zeigt die Columbus Art Foundation „Schräge Sache - Verschiebungen aus dem Klassischen“. Die keinesfalls humorfreie Gruppenausstellung führt Zeichnungen, Malereien, Skulpturen und Installationen von Bernhard Bretz / Matthias Holliger, Elizabeth Cooper, Nikola Röthemeyer, Judith Samen, Andreas Schlaegel und Judith Schwinn zusammen. Alle sechs künstlerischen Positionen greifen auf durchaus bekannte Formen und Konzepte zurück, arbeiten mit technisch, medial und/oder inhaltlich Gewohntem, provozieren dabei aber den Besucher mit teilweise subtilen, teilweise lauten Verschiebungen aus dem Klassischen.

Eine raumgreifende, den gesamten Ausstellungsraum durchziehende Betonskulptur von Andreas Schlaegel bewegt sich in einer eigentümlichen Ambivalenz zwischen Objekt, Raumteiler, Wegleiter, Sitzmöbel und Barriere. Judith Samen zeigt in ihren inszenierten Fotografien immer Familienmitglieder oder auch sich selbst. Die Bilder, vielfach klassisch in Komposition und Farbigkeit, konfrontieren in drastischer Unmittelbarkeit mit Bildern vom Körper, die nichts mehr mit dem zu tun haben, was wir in unserem medialen Alltag geboten bekommen. Samens Fotografien greifen häufig auf ikonographisch tradierte Bildformen zurück, um auf dieser Basis den kindlichen wie den gealterten Körper in völlig neuer Form zu zeigen. Die konkreten Malereien von Elizabeth Cooper sind das Ergebnis eines scheinbar anarchischen Malprozesses. Auch diese Bilder rekurrieren auf historische Vorgaben, die gegensätzlicher nicht sein könnten: der Abstrakte Expressionismus trifft auf die Pop Art. Coopers kalkuliertes, eigentlich rein abstraktes Spiel mit Farbe und Formen eröffnet irritierende Assoziationen zum Figurativen, die sich aber immer wieder verbieten. In den Zeichnungen von Nikola Röthemeyer scheint die Figuration zunächst alles. Ihre auf den ersten Blick übernaturalistischen Zeichnungen verschränken Realität und Traum zu ganz eigenen Bildwirklichkeiten. Die Akribie des Zeichnerischen kann hier gleichermaßen faszinieren wie verstören. Dem klassischen Strich in Röthemeyers Zeichnungen steht ein hoch sensibler, geradezu zarter Umgang mit bunten Kreiden in den Blättern von Judith Schwinn entgegen. Beinahe lautlos wird der Betrachter in mikrokosmische Ereignisse auf dem Papier hinein gezogen. Ähnliches kann ihm auch in den wunderbar abstrusen Installationen von Bernhard Bretz und Matthias Holliger passieren. Diese Installationen entwerfen assoziativ versponnene Räume, in denen sich unterschiedliche Realitäts– und Zeitebenen aufzulösen beginnen.

Eröffnung: Freitag, den 17. Juni 2011 | 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 20. Juni bis 2. September 2011
Ort: Kunsthalle Ravensburg | Eywiesenstraße 6 | 88212 Ravensburg



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