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Columbus-Förderpreis für aktuelle Kunst 2010/2011



Gabriela Oberkofler. Für Avantgarde-Freaks oder auch nur hippe Zeitgenossen muss die Kunst Gabriela Oberkoflers eine beständige Provokation sein. Kindlich anmutende Buntstiftzeichnungen von Tieren, Pflanzen und dörflichen Architekturen, aus Obstkisten oder Altholz gefertigte Skulpturen, Performances mit allerlei Nutztieren, im Dirndl und am Akkordeon, handelnd und/oder jodelnd. Das scheint alles sehr weit weg von dem, was zeitgenössische Kunst auszeichnet. Überhaupt ereignen sich ja die Fortschritte der Kunst in den Metropolen dieser Welt. Neues entsteht im urbanen Raum und sicher nicht in einem kleinen Südtiroler Bergdorf. Aktuelle Kunst hat politisch (im günstigsten Fall: politisch korrekt) zu sein und die großen Themen der aktuellen Krisen zu thematisieren. So entsteht gesellschaftliche Relevanz – oder auch nicht. Bei Gabriela Oberkofler jedenfalls brannten die Ameisenhaufen schon einige Monate vor den Londoner Stadtteilen. Und obwohl Oberkofler ihre Kunst selbstverständlich in den Metropolen macht (zuletzt Performances in Berlin und New York) und seit über einem Jahrzehnt in Stuttgart lebt, scheint sie doch nie ihr Heimatdorf Jenesien zu verlassen. Die großen Themen bewegt sie immer in Referenz auf den soziokulturellen Mikrokosmos des Bergdorfes ihrer Kindheit. Fest sitzende Erinnerungen und Traditionen werden aufgebrochen und mit dem Jetzt verschränkt. Das Ganze changiert zwischen kindlich naiver Freude und abgründiger Melancholie. Die Bilder, die Oberkofler so freisetzt, brechen sich mit unseren Entfremdungen. Sie selbst spricht von einem Kreislauf zwischen „heimkommen und wieder gehen“. Als Betrachter würde man in eine Falle gehen, wenn man Oberkoflers Tun mit einer rückwärts gewandten Sehnsucht im Sinne von ,zurück zu den Ursprüngen‘ verwechseln würde. Ihre obsessive Arbeit an ihrer Herkunft, dieses penetrante Mitnehmen-Wollen ihrer Heimat in die Welt und ins Museum bricht sich vielmehr mit dem Gefühl eines Lebens, das einem zwischen den Fingern zu zerrinnen scheint. Für die Dauer der Ausstellung wird die Kunsthalle Ravensburg zum Dorf.

Die Premiere: der ›Columbus-Förderpreis für aktuelle Kunst‹. Nachdem die Unternehmensgruppe Columbus sich 1995 für die kontinuierliche Förderung junger Kunst entschieden hatte, wurde das bundesweite Columbus-Förderprojekt für Akademieabgänger über fünfzehn Jahre beständig weiter entwickelt. Im vergangenen Jahr haben wir aus dem ,Projekt‘ den ›Columbus-Förderpreis für aktuelle Kunst‹ gemacht. In die Struktur dieses Förderpreises sind viele Komponenten aus dem alten Förderprojekt eingeflossen. Nach wie vor zielt auch der Preis auf Künstlerinnen und Künstler, die am Ende ihrer akademischen Ausbildung und damit meist noch am Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn stehen. Was ihnen in dieser Situation oft fehlt, ist neben einem Netzwerk, das ihrem Arbeiten eine Öffentlichkeit gibt, vielfach auch ein kritischer Dialogpartner im Entwicklungsprozess neuer Werkkonzepte und Projekte. In eben diesem Sinne wird auch der Columbus-Förderpreis zukünftig wirken. Die Preissumme von 30.000 Euro wird neben einem monatlichen Grundbetrag, der über den Zeitraum von einem Jahr an den Preisträger gezahlt wird, vor allem für eine große Einzelausstellung und eine umfangreiche begleitende Monografie genutzt. Mit der Ausstellung ›Die Geranie soll eine wichtige Rolle spielen‹ stellen wir die erste Preisträgerin Gabriela Oberkofler umfassend vor. Der monografische Katalog wird in Kooperation mit ›art3 – art contemporain/Valence‹ Ende 2011 bei ›columbus books/Revolver Publishing‹ erscheinen.
Feiern Sie am 7. Oktober mit uns die Preisträgerin und die Premiere des neuen ›Columbus-Förderpreis für aktuelle Kunst‹.


Eröffnung: Freitag, 7. Oktober 2011 | 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 10. Oktober bis 16. Dezember 2011
Ort: Kunsthalle Ravensburg | Eywiesenstraße 6 | 88212 Ravensburg



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Öffnungszeiten:
Mo bis Do 10 – 18 Uhr, Fr 10 – 17 Uhr
an Feiertagen geschlossen

Ausstellungsdauer:
verlängert bis 27. Januar 2012
10. Oktober bis 16. Dezember 2011

Bilder der Eröffnung


Biografie Gabriela Oberkofler