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Julia Gröning | Passbild | 2007 | Courtesy Sammlung Columbus
> für einen Blick in die Ausstellung, bitte ins Bild klicken. (Fotos: Denis Bury)





Ort: Columbus Art Foundation / HALLE 14, Spinnerei Leipzig
Eröffnung: Freitag, den 2. Juli, ab 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 3. Juli – 15. August 2010


In den fotografischen Arbeiten von Julia Gröning sieht man zwar immer den Körper der Künstlerin, allerdings immer nur ‚in Teilen‘. Gröning verbirgt sich mehr als dass sie sich zeigt. Dennoch wirken ihre Fotografien wie Selbstinszenierungen. In keiner ihrer Bilder bedient sie dabei das klassische Genre des Selbstportraits, sondern zeigt immer nur Fragmente ihres Körpers; eine Hand oder eine Fußspitze können genügen. Die szenischen Settings zielen dabei auf Zwischenräume im Alltäglichen. Die Bilder laden sich mit möglichen Geschichten auf, die aber selbst nicht gezeigt bzw. erzählt werden. Der Betrachter wird durch die Suggestion dieser inszenierten Bilder dazu herausgefordert, das Nicht-Sichtbare mitzudenken. Das Verhältnis eines Ichs zu seiner Umgebung, zu seiner eigenen Geschichte wird immer wieder von neuem hinterfragt.

In ›Losigkeit‹, ihrer Abschluss-Ausstellung zum Columbus-Förderprojekt, zeigt die in Berlin lebende Künstlerin Julia Gröning neben ihren mittlerweile gut bekannten Fotografien auch einen hoch verdichteten Raum mit Zeichnungen, Fotografien, Videos und Malereien. Dieser Raum wirkt wie ein übervoller Nukleus ihrer Bildfindungen, der den Betrachter beinahe zwanghaft dazu führt, sich seine eigenen Ordnungen und Geschichten zu ersehen. Ausserhalb des Raumes kann sich das Auge gänzlich ungestört auf einzelne Fotografiem und Malereien konzentrieren.