caf | infofördernzeigensammeln



Geht doch!


Frank Bölter und Julia Staszak
5. April bis 4. Mai 2007

> für einen Blick in die Ausstellung, bitte ins Bild klicken.

Geht doch! präsentiert drei sehr unterschiedliche künstlerische Positionen. Erstmals werden Arbeiten unserer beiden neuen Preisträger im Columbus-Förderprojekt in Ravensburg zu sehen sein: Geht doch! präsentiert drei sehr unterschiedliche künstlerische Positionen. Erstmals werden Arbeiten unserer beiden neuen Preisträger im Columbus-Förderprojekt in Ravensburg zu sehen sein: Frank Bölter und Julia Staszak. Frank Bölter hat das mehrteilige Ausstellungskonzept hiroshiitaki ebenso speziell für diesen Anlass und Ort entwickelt wie Julia Staszak ihre Rauminstallation Ideeniantinismus. Hinzu kommt die Einweihung unseres neuen Raums für Video und Film, der bluebox, die mit zwei Videoperformances von Nadja Schrade (Sammlung Columbus) eröffnet wird.

hiroshiitaki unternimmt die Verschränkung des historischen Ereignisses der beiden Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki mit der in der westlichen Welt mittlerweile sehr populären kulinarischen Verwendung des japanischen Speisepilzes Shiitaki. Eine geschriebene wandfüllende 'Fotografie', mehrere kleine und große Origami-Raketen sowie das gemeinsame Mahl sind die Hauptbestandteile dieses orts- wie anlass-spezifischen Projekts. hiroshiitaki wird die Frage nach der Verantwortlichkeit für politische und wissenschaftliche Verfehlungen über den historischen Beispielfall hinaus neu stellen. Zur Beruhigung sei gesagt: die Shiitaki-Suppe gilt als gesündeste Suppe der Welt, was man von der den Bombenabwürfen zugrunde liegenden Technik nicht uneingeschränkt behaupten kann.

Mit der Rauminstallation Ideeniantinismus rückt das Grundkonzept des Firmensitzes Haus für Ideen ins Zentrum der Befragung. Julia Staszak – Malerin – zieht hier auf engstem Raum Kunstwerke der Sammlung Columbus, technische Geräte aus dem Kerngeschäft von Columbus Office, Werke von befreundeten Künstlerinnen sowie eigene Malereien und skulpturale Interventionen zusammen. Das Ergebnis dürfte ein äußerst vielschichtiges Raumbild werden, in dem sich unser Experiment des Aufeinanderprallens von Wirtschaft und Kunst einer ebenso kritischen wie humorvollen Hinterfragung stellen muss. Eine der Grundvoraussetzung für Ideenreichtum und der beständigen Lust an Erneuerung wird also provokant auf die Probe gestellt: die Fähigkeit, über sich – in diesem Falle uns – selbst zu lachen.

Die Eröffnung unseres neuen Ausstellungsraums für Video und Film, der bluebox , wird mit sicherlich nicht weniger provokanten Videoperformances von Nadja Schrade begangen. Die den Videos zugrunde liegenden Performances können neben ihrer dezidiert kritischen Thematisierung der Geschlechterrollen vor allem eines zur Erfahrung bringen: eine für den 'neutralen' Betrachter an die Grenzen des Erträglichen gehenden Bereitschaft, sich als Person einer Öffentlichkeit gegenüber zu entäußern, sich bloß zu stellen. Nadja Schrade verlässt in diesen Arbeiten nachhaltig das gesicherte Terrain der Konventionen – im abstrakten Sinne ist auch das eine Vorraussetzung für das Betreten von Neuland.