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Magazin4 – Bregenzer Kunstverein

> für einen Blick in die Ausstellung, bitte ins Bild klicken. (Fotos: Werner Hannappel)


Anna Witt
stetig aufbegehren

Eröffnung: Freitag, 4. März 2011, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 5. März bis 8. Mai 2011

Finissage/Künstlergespräch mit Anna Witt und Andreas Schlaegel: 8. Mai 2011, 18 Uhr

Die Ausstellung ›Anna Witt: stetig aufbegehren‹ ist eine Kooperation zwischen der Kunsthalle Ravensburg und dem Magazin4 – Bregenzer Kunstverein und markiert den Abschluss der dreijährigen Förderung der Künstlerin durch die Columbus Art Foundation. Zur Finissage der Ausstellung wird ein umfangreicher Katalog erscheinen, der alle bisher realisierten Werke der Künstlerin dokumentiert.

Die Video-Arbeiten von Anna Witt basieren auf Handlungen und konfrontieren den Betrachter mit Bildern. Manchmal ist es die Künstlerin selbst, die uns performativ begegnet, manchmal sind es ,fremde‘ Personen, die sie dazu anstiftet, sich handelnd mit ihrer Umgebung, mit ihren alltäglichen Erfahrungen oder mit ihren politischen Einstellungen auseinander zu setzen. ,Einfache‘, jedem mehr oder weniger vertraute Aktivitäten zeigen ihre Arbeiten und gerade deshalb fordern sie vom Betrachter beständig eine Selbstpositionierung. Mit unvoreingenommenem Interesse an ihrem Gegenüber schafft sie dabei oft spielerische Situationen und ermöglicht gemeinschaftliche Interaktion. Ihre Video-Arbeiten basieren zumeist auf performativen Eingriffen im öffentlichen Raum, so z.B. die Arbeit ›Kontakte‹. Hier transferiert Witt eine Handlung, nämlich das Abtasten von Personen, aus dem gewohnten Kontext der Sicherheitskontrolle am Flughafen in den öffentlichen Raum einer Bahnhofshalle. Was am Flughafen ein formaler behördlicher Akt zur Sicherung ist, wird in ihrer Arbeit zum sinnlichen Erlebnis zwischen Fremden, zu einer privaten Berührung im öffentlichen Raum. ›Kontakte‹ kann beispielhaft für ihre grundlegende Methode stehen, die Witt so lapidar wie präzise beschreibt: „Ich stelle Personen einen Handlungsraum zur Verfügung, den sie selbst gestalten können“. Die einfachen körperlichen Handlungen werden von Witt genauso wie die direkt artikulierten Gedanken ihrer wechselnden Protagonisten in eine formal strenge Bildsprache übersetzt und dann im Raum inszeniert. Die körperlich-physischen Interaktionen werden vielfach durch Sprechakte der ,Mitspieler‘ ergänzt. Non-verbale  und verbale Artikulationen öffnen in Witts Arbeiten Denkräume für grundlegende Neudefinitionen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Witt zieht sich in ihren Arbeiten nie auf distanzierte Kommentierungen zurück, präsentiert keine Theorien, sondern direkte Handlungen am und mit dem Gegenüber. Zu diesen Handlungen und Sprechakten muss sich der Besucher verhalten.

Die Ausstellung wird an zwei Orten zu sehen sein. Neben dem Ausstellungsraum im Magazin 4,  in dem sechs Arbeiten in einem speziell für Bregenz entworfenen Display zusammen gezogen werden, wird Anna Witt auch die Räume des Martinsturm nutzen. Hier wird eine neue für Bregenz entwickelte Arbeit erstmals zu sehen sein.

Martinsturm, Martinsgasse 3, Bregenz


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