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Die Kunst zu machen.

Matthias Beckmann. Berliner Ateliers
&
Sammlung Columbus. Werke aus Berliner Ateliers


Eröffnung: Freitag, 15. Juni 2012, ab 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 18. Juni bis 31. August 2012
Ort: Kunsthalle Ravensburg | Eywiesenstraße 6 | 88212 Ravensburg


Zeichnen ist die wohl ursprünglichste bildnerische Ausdrucksform des Menschen. Das kleine Kind beginnt sich visuell mit einem Stift und einem Blatt Papier auszudrücken. Zugleich ist die Zeichnung das künstlerische Medium, das die engste Korrelation zum Denken hat. Die Zeichnung war und ist für viele Künstler das Medium, in denen sie ihre Ideen und Entwürfe finden, skizzieren, überprüfen. Mindestens ebenso wichtig war die Zeichnung – zumal vor der Erfindung der Fotografie – als Medium der visuellen Dokumentation; in der Zeichnung wurden bedeutende Orte und Ereignisse fest gehalten.

Matthias Beckmann ist Zeichner. Er begegnet seinem Gegenüber als ein diskreter Gesprächspartner, der vor dem Motiv zu einem stillen Beobachter wird. Beckmann sucht Orte und findet eben dort Bilder. „Immer wieder blitzt ... der anarchische Witz des Zeichners Beckmann auf, der in allem das findet, was er sehen will ...“ (Christoph Peters) Nie ist es nur ein Bild, oft sind es größere Serien, so dass sich seine Zeichnungen zu einer visuellen Erzählung erweitern und verdichten. Damit potenziert sich ein Grundcharakteristikum schon des einzelnen Blattes, denn Beckmanns Zeichnungen machen den Anschein, dass dem Zeichner „zumindest auf dem Papier ... kein Ding an sich bedeutsam [ist]. Erst durch die Aufmerksamkeit, die es erhält, wird es aus der Beliebigkeit „alles Möglichen“ herausgehoben.“ (Christoph Peters) Eben das ist eine der entscheidenden Voraussetzungen, um den dokumentarischen Gestus dieser Zeichnungen zu relativieren. Beckmanns Bleistiftlinien sind Umrisslinien, also Linien, die unmittelbar auf einen außerbildlichen Gegenstand verweisen. Dennoch gelingt es ihm, die Zeichnung von einer eindimensionalen Gegenstandsreferenz zu befreien und das Gesehene in eine ausschließlich bildnerische Wirklichkeit zu überführen. Man sollte seine Zeichnungen deshalb nie auf eine reine Abbildfunktion reduzieren. Dies gilt es zu betonen, denn Matthias Beckmann ist nicht zuletzt ein zeichnender Dokumentarist.



Matthias Beckmann | Atelier Klaus-Martin Treder (2 und 3) | 2012


In den letzten Jahren hat er u.a. öffentliche Orte der Kunstpräsentation aufgesucht, hat in vielen Museen und Ausstellungshäusern gezeichnet. Interessanterweise finden sich unter den dort entstandenen Zeichnungsserien immer wieder Auftragsarbeiten, die zeitlich befristete, also vergängliche Situationen festhalten sollten, wie im Hessischen Landesmuseum Darmstadt kurz vor dessen Schließung aufgrund einer fünfjährigen Umbauphase oder beim ,Einzug der alten Meister‘ in die Johanniterhalle in Schwäbisch Hall. Von den öffentlichen Orten der Kunst nun also in die Ateliers der Künstler. 88 Berliner Ateliers hat Matthias Beckmann zwischen 2010 und 2012 besucht. Mindestens drei Zeichnungen hat er jeweils vor Ort gemacht.

Berlin ist – und auch das kann diese nun 264 Zeichnungen umfassende Serie bewusst machen – seit mehr als einem Jahrzehnt vielleicht das wichtigste Zentrum der aktuellen Kunstproduktion. Die 88 Ateliers, die Beckmann in den vergangenen drei Jahren hier besucht hat, sind dabei nur ein kleiner Ausschnitt aus der unendlichen Zahl von Künstlerateliers in Berlin. Die Sogwirkung, die Berlin speziell auf jüngere Künstler ausübt, lässt sich auch daran ermessen, dass sich in den ›Berliner Ateliers‹ von Matthias Beckmann immerhin dreizehn Künstler finden, die mit Werken in der Sammlung Columbus vertreten sind. Einige dieser Werke treffen in der Doppelausstellung ›Die Kunst zu machen.‹ auf Beckmanns Zeichnungen der ›Berliner Ateliers‹ von Frank Ahlgrimm, Sonja Alhäuser, Martin Assig, Atak: Georg Barber, Frank Badur, Fritz Balthaus, Heike Kati Barath, Robert Barta, Gabriele Basch, Olivia Berckemeyer, Anne Berning, F. W. Bernstein, Bernhard Bretz/Matthias Holliger, John Bock, Monika Brandmeier, Hartmut Böhm, Candice Breitz, Tatjana Doll, Sven Drühl, Daniela Ehemann, Tim Eitel, Eva&Adele, Valérie Favre, Wolfgang Flad, Thomas Florschuetz, Pia Fries, Axel Geis, Ingo Gerken, Massoud Graf-Hachempour, Asta Gröting, Christian Hasucha, Aline Helmcke, Vanessa Henn, Anton Henning, Gregor Hildebrandt, Esther Horn, Leiko Ikemura, Thomas Huber, Michael Kalmbach, Hannes Kater, Isabel Kerkermeier, Paco Knöller, Clemens Krauss, Raimund Kummer, Susanne Kutter, Alicja Kwade, Mark Lammert, Via Lewandowsky, Pia Linz, Nikolaus List, Jeanne Mammen, Matthias Mansen, Gerhard Mantz, Bjørn Melhus, Isa Melsheimer, Nanne Meyer, Bettina Munk, Carsten Nicolai, Wolfgang Petrick, Thomas Rentmeister, Gunter Reski, Anselm Reyle, Peter Rösel, Dennis Rudolph, Heike Ruschmeyer, Karin Sander, Andreas Schmid, Jo Schöpfer, Nada Sebestyén, Markus Sendlinger, Heidi Sill, Rainer Splitt, Malte Spohr, Martin Städeli, Julia Staszak, Volker Stelzmann, Caro Suerkemper, Alex Tennigkeit, Beate Terfloth, Peter Thol, Klaus Martin Treder, Jochen Twelker, Jorinde Voigt, Patricia Waller, Barbara Wille, Markus Willeke, René Wirths und Renate Wolff.

Wir freuen uns auf Ihren ,Atelier‘- und ,Berlin‘-Besuch in der Kunsthalle Ravensburg.  
 
Öffnungszeiten:
Mo bis Do 10 – 18 Uhr, Fr 10 – 17 Uhr
an Feiertagen geschlossen

Ausstellungsdauer:
18. Juni bis 31. August 2012

weitere Infos:
www.matthiasbeckmann.com