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Gabriela Oberkofler

1975 geboren in Bozen Italien | lebt und arbeitet in Stuttgart und Flaas
Förderpreis 2010


1997-1998 Studium an der University of Visual Arts in Corner Brook, Neufundland
1998-2002 Studium an der FH für Kunsttherapie in Nürtingen
seit 2002 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Werner Pokorny, Prof. Micha Ullman, Markus Ambach und Prof. Rainer Ganahl. 

Preise und Stipendien
2011 Stipendium der ZF Kunststiftung, Friedrichshafen
Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg
2010 Columbus-Förderpreis für aktuelle Kunst
Atelierstipendium,art3,Valence, Ministerium für Wissenschaft Forschung und Kunst, Baden Württemberg
Dr. Herbert Zapp Preis für Junge Kunst
2009 Atelierstipendium der Kulturstiftung Rhein Neckar e. V.
2007 Förderpreis des Künstlerbundes Baden Württemberg
Gründung der Projektgruppe „Local to Local“
2006 Akademiepreis für „Museum für sedimentierte Kunst“
Preis der Freunde der Akademie für „Museum für sedimentierte Kunst“

Einzelausstellungen
2011 I will not leave my home for three months, art 3 contemporain, Valence, F
Die Geranie soll eine wichtige Rolle spielen.
Kunsthalle Ravensburg
Verstrickt !
, Weingruell, Karlsruhe
Stadtrundfahrt mit Willi, Meggie, Paul, Pauline, Moses, Vivien, Max, Daisy, Luca, und Herrn Müller, EnBw Showroom Berlin in Zusammenarbeit mit der Kunststiftung Baden Württemberg
2010 Wilde Erdbeeren, Hohenloher Kunstverein, Künzelsau
Blutrote Waldameise und glänzend schwarzes Pech, Atelier Wilhelmstrasse, Stuttgart
2009 Blut im Schuh, Hospitalhof Stuttgart
2007 Alpenglühen, Kunstverein Wilhelmshöhe, Ettlingen

Gruppenausstellungen

2011 Kunst-Stoff. Textilien in der Kunst seit 1960, Städtische Galerie Karlsruhe
BHFGHOW
, Sechs Positionen aus der Columbus-Förderung für aktuelle Kunst,
Kunsthalle Ravensburg
Säen und Jäten, Volkskultur in der zeitgenössischen Kunst, Cobra Museum of Modern Art Amstelveen
Carte blanche, Städtische Galerie Offenburg
Linie am Limit, Museum Lanserhaus, Eppan
born in the dolomites, k/haus, Wien
2010 Transaktionen 10, Vertretung des Landes Niedersachsen Berlin
Fremde Heimat, Kunsthalle Mannheim
Ansehen!, Burg Giebichenstein Halle
Säen und Jäten, Volkskultur in der zeitgenössischen Kunst, Städtische Galerie Wolfsburg und Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
+6|2010 – shortlist zum Columbus-Förderpreis, Columbus Art Foundation, Leipzig
Dr. Herbert Zapp Preis für Junge Kunst, Kunstverein Mannheim
HAPPY END, Kunsthalle Göppingen
Dvina Silo Art Komplex, Zemaitijos National Park, Local to Local, Litauen
Leinzell Open 2010, Schloss Leinzell
 2009 Local to Local, WG, Künstlerclub Malkasten, Düsseldorf
bildschön. Schönheitskult in der aktuellen Kunst, Städtische Galerie Karlsruhe
broken tales, Shanghai Theatre Academy, Shanghai
Blumenstücke, Schloß Filseck, Kunsthalle Göppingen
Säen und Jäten, Volkskultur in der zeitgenössischen Kunst, Städtische Galerie Ravensburg
Büyükada Resort Residence, „Local to Local“, Prinzen-Insel, Istanbul
atelierforum, “Local to Local“, Museion Bozen
2008 Nachbarschaft, Startergalerie, Posnan, Polen
Lack for you, PLAY IT, Stadtbücherei, Stuttgart
3+2=4, DG, München
Local to Local, Galerie Im Heppächer, Esslingen
Local to Local, „Institut für alpine Angelegenheiten“, Parallel Event Manifesta 7, Flaas – Jenesien, Südtirol, Italien
Saar Ferngas, Junge Kunst 2008/09, Pfalzgalerie Kaiserslautern, Stadtgalerie Saarbrücken, Galerie Schlassgoart Luxembourg, Kunstverein Ludwigshafen
 2007 Grosse Kunstausstellung, Haus der Kunst, München
Kunst bewegt, Künstlerbund Baden Württemberg, Neckarsulm
Kunst bewegt, Preisträgerausstellung (zusammen mit Franz Bernhard), Kunstverein Neckar-Odenwald, Mosbach
Local to Local, Open Space Bae, Busan, Südkorea
Two days only, fruit and flower deli, New York
 2006 We love to entertain you, Städtische Galerie Villingen Schwenningen
Spektakel Stadt, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart 



Die in Stuttgart lebende Südtirolerin Gabriela Oberkofler ist die erste Preisträgerin des neuen Columbus-Förderpreises für aktuelle Kunst. Die Jury wählte die von Rainer Ganahl (Akademie der bildenden Künste Stuttgart) vorgeschlagene Künstlerin zum Abschluss der Shortlist-Ausstellung „+6|2010" aus den verbliebenen sechs Positionen. Der Columbus-Förderpreis ist mit 30.000,- Euro einer der höchstdotierten Förderpreise im Bereich der „jungen" Kunst in Deutschland. 



Gabriela Oberkofler | Buggelkraxen | 2010 | Installation unterwegs | Foto: Karl-Heinz Augustin

„Gabriela Oberkofler ... entstammt einer aktiven Bergbauernfamilie aus Südtirol, das sie vor Jahren für das Kunststudium verließ. Es war ihre freiwillige Entscheidung, die mit sehr alten ... Bräuchen und speziellen ästhetischen Vorgaben besetzte Heimat zu verlassen und sich zeitgenössischer Kunst in Stuttgart zu widmen. Sie ist auch nicht alleine, wenn sie sich entscheidet, ihre Herkunft und Traditionen im vorerst neutralen Kontext von urbaner internationaler Kunst zu thematisieren. Mit einer bunten Mischung aus Medien - Performance, Video, Fotografie, Zeichnung, Installationen und Objekten - schafft Oberkofler ein Werk, das zwischen ihrer heimatlichen Bergwelt und der reflektierten Logik heutiger geopolitischer Empfindlichkeiten zu vermitteln versucht. Südtiroler Bauernwitz trifft hier auf postmoderne konzeptuelle Strategien, ohne künstlerische Verantwortlichkeit abzuschütteln. Oberkoflers Spiel mit den hochalpinen Wurzeln muss ständig zwischen touristischem Kitsch, Volkskunst, outsider art, regionalem Marketing, persönlichen und kollektiven Erinnerungen und existentiellen Traumata verhandeln, was immer wieder aufs Neue spannend ist, obwohl weder eine Formel noch ein Stil die ertragbare Mischung für Erfolg garantiert.

Ihr jahrelanges Engagement mit den unterschiedlichsten Versatzstücken ihrer Herkunft beinhalten u. a. Installationen mit (Hühner)ställen und Vogelgräbern, das Überblenden mit Jodlermusikstars, das Spiel mit lokalen Anekdoten und Aberglauben. Hinzu kommen surreal anmutende Zeichnungen von Bergvieh, brennenden Ameisenhaufen und Vögeln, in denen Oberkofler sich mitunter selber spiegelt und inszeniert. Selbst das Ziehharmonikaspiel hat sie für ihre Performances langwierig erlernt. Mit den Buggelkraxenarbeiten öffnet sich die Künstlerin auch der Skulptur, ohne dabei auf Medienanschlussfähigkeit zu verzichten. An ihnen werden auch allgemeine künstlerische und philosophische Fragestellungen sichtbar...

Oberkofler schafft es, Heimat und Kunst trotz ihrer Bezugspunkte zur eigenen Kindheit unheimlich zu machen, ohne jedoch einer alpinen Heimatkunst zu verfallen. Das Geheimnis, das Gabriela Oberkofler mit sich rumschleppt, heißt zeitgenössische Kunst und muss wie die Ware der Wilderer mit Vorsicht genossen werden."

(Rainer Ganahl: Was Gabriela Oberkofler so alles mit sich rumschleppt! Aus: Jörg van den Berg (Hg.): +6|2010 - Shortlist Columbus-Förderpreis. Berlin (Revolver Publishing by VVV) 2010, S. 221 ff.)