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So-Yeun Lee

geb. 1971 in An-Song, Korea | lebt und arbeitet in Münster
Förderprojekt 2004


Ausbildung
2006 Meisterschülerin
2007  Studium, Freie Kunst an der Kunstakademie Münster
bei Maik und Dirk Löbbert
1991-1995 Studium, Malerei an der Universität Su-Won, Su-Won
   
Ausstellungen 
2008
Samsung Museum of Contemporary Art, Seoul, Corea
Cais Gallery, Hongkong
Johyun Gallery, Busan, Corea (solo)
2007
Galerie Conrads, Düsseldorf (solo)
Meisterklasse, Kunstverein Gelsenkirchen
Neue Malerei, Kunsthaus Essen
Corean Cutural centre, Paris
2006  Art Cologne, Köln
Scope Miami, Miami
Farbe und Fläche, Galerie im Rathaus, Lippstadt
Face to Face, Ausstellunghalle zeitgenössische Kunst, Münster
Scope Art Fair, New York
2005  Rosa Tasche, Schal und Blumenkleid ... , Verwaltungsgebäude der Wohn- und Stadtbau, Münster (solo)
Open Haus, Atelier Speicher II, Münster
Exhibitionist, Temporärer Ausstellungsraum für aktuelle Kunst, Münster
Blumenbluse, Rathaus, Dülmer Kunstverein, Dülmen (solo)
REMIX Focus Malerei - künstlerische Strategien heute, Columbus Art Foundation, Ravensburg
Abgefahren, Kunsthalle, Kunstverein Lingen
2004 Open Haus, Atelier Speicher II, Münster
Emprise Art Award 2004, NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, Düsseldorf und Museum Baden, Solingen
Unten Durch, Kunstprojekt, im Tunnel unter dem Hindenburgplatz, Münster
 
So-Yeun Lee verfolgt die Strategie der systematischen Selbstbefragung und stellt sich damit in eine lange Reihe historischer Vorbilder, die bei Dürers jesusähnlichem Selbstportrait ihren Ausgangspunkt hat und bei Künstlern wie Rembrandt und Beckmann fortgeführt wird. Ihre eigene Person ist Ausgangs- punkt von Portraits, anhand deren sie gesellschaft- liche Fragen selbstreflexiv durchdekliniert. Sie schlüpft in verschiedene Rollen - und das offenbar mit großem Vergnügen. Sie zeigt sich im Negligé mit wasserstoffblonder Perücke und Barbiepuppe oder - dem asiatischen Klischee entsprechend - im Schul- mädchenlook mit Minirock und geringelten Strümpfen. Die Welt wird immer kleiner, nur ihre asiatischen Züge unterscheiden das modische Hippiemädchen mit übergroßer Sonnenbrille vom amerikanischen Beachgirl. So-Yeun Lee stellt sich ihren eigenen Phantasien und denen des Betrachters.


dem herzen entflossen...
skizzen zu den bildern von  so-yeun lee 

sich selbst,  aus der vogelperspektive, 
im bühnenlicht, 
bis auf die unterhose,
immer perfekt gestylt, 
und immer unglücklich? 

selbstportrait mit blumenbluse, 
selbstportrait im t-shirt ´nike´,
selbstportrait mit fingerring,
selbstportrait im gelben unterkleid... 

wer bin ich?
wo bin ich? 

die wege werden kürzer,
die begegnungen häufiger,
die welt  kleiner,
die vereinsamung größer? 

so-yeun lee schenkt vertrauen,
schafft nähe.
der betrachter findet sich wieder,
sieht sich im spiegel.
erhält die möglichkeit,
zu reflektieren,
zu prüfen,
in beziehung zu setzen. 

frisch geduscht und eingecremt,
fertig für den feierabend,
in adretter blumenbluse,
irgendjemanden erwartend?   

freizeitkultur?
heimatlosigkeit?
multikulturelle gesellschaft?
modernes menschenbild? 

wir, sind das moderne menschenbild. 
barbie ist unser schönheitsideal. 
barbie ist überall zu hause,
barbie und nike. 

oberfläche und tiefenwirkung,
nah am nabel der zeit,
mit markenbewusstsein,
und der unnahbarkeit
einer ägyptischen königin. 

selbstportrait im louvre....
verloren und isoliert,
wie eingefroren,
abseits des besucherstroms,
fast altmütterlich,
mit handtasche,  
biederer strumpfhose,
stadtplan von paris. 

auf der suche nach sinn,
sich nach innen wenden,
zur maske werden,
schützende distanz finden. 

selbstportrait auf schwarzem stuhl...
allein sitzend, 
zwischen den stühlen,
neben der tasche,  
geduldig wartend,
bestellt und nicht abgeholt? 

fröhliche stoffmuster,
und modische accessoires,
aufreizend erotisches,
schillernde scheinwelt,
wer von uns wäre nicht gerne eine schöne blondine?

selbstportrait im schlafanzug...
als unschuldig schlafendes kind,
mit betenden händen. 

so-yeun lee,
ist eine großartige malerin,
konzeptkünstlerin,
darstellerin,
die alles gibt,
sich dem publikum offenbart.
ihre wunden,
verletzlichkeit,
unsicherheit,
ängste,
wünsche
und träume 
offen legt. 

´über meine bilder,
so meint die künstlerin selber,
´trage ich inneres nach außen,
so wie ich es sonst niemals preisgeben könnte.´  

so-yeun lee, 
in korea geboren und aufgewachsen,
lebt seit 1999 in deutschland.
seit dieser zeit malt sie
ausschließlich selbstportraits.   

maik löbbert 2006