caf | infofördernzeigensammeln



Micheal von Erlenbach

geb. 1963 in Helbronn Sontheim | lebt und arbeitet in Berlin
Förderprojekt 1999


Ausbildung
Studium der Bildhauerei bei Prof. Inge Mahn
Studium der Malerei bei Prof. Peter Chevalier
Aufbaustudium Malerei

Ausstellungen
2004 Los Angeles Art Scope
take care, Kunsthaus Hamburg
2003 Galerie sphn, Berlin (Einzelausstellung)
Kubik4, Berlin
Galerie sphn, Berlin (Gemeinschaftsausstellung)
Galerie Angelo Falzone, Mannheim
Milchhof Berlin
2002 Debütanten-Ausstellung, Akademie der Künste, Stuttgart (Katalog)
2001 Galerie Angelo Falzone, Mannheim
2000 Galerie Marlies Hanstein, Saarbrücken
1999 Performance im LOFFT, Leipzig
1998 Videoperformance (mit Rudie Ewals), Heusteigtheater, Stuttgart
1997 Justizministerium Stuttgart   
Galerie Rainer Wehr
1996 Galerie Markus Richter, Potsdam
1995 DA ZWISCHEN, Alpirsbacher Galerie, Stuttgart
Galerie Alpha - Jetzt, Stuttgart
Art Multiple, Düsseldorf
Lineart, Gent
1994 Stuttgart - Dresden,
Ausstellung 12 Studierender in Stuttgart, (Katalog)
Kunstverein Backnang
1993 1. Werkleiter Medienfest:
GLAS, eine Videoinstallation und FISH, Kurzfilm
BILDER-TRANSPORT, eine Videoinstallation in den Zügen der Stuttgarter S-Bahn am 3. November
SCHAUKEL, eine Installation in Zügen der DB
1992 Galerie im Scala, Ludwigsburg
SCHRITTE und BAUCH, zwei Videoinstallationen, Hagebucher Heilbronn
1990 Galerie Michael Steiner, Babstadt
Galerie Cesar Manrique, Lanzarote (Katalog)


Axel, Thomas D. und andere

Portraits sind das zentrale Thema der Arbeiten Michael von Erlenbachs. Seit 1996 setzt er sich mit Portraitdarstellungen, die von jeher ein wichtiger Aspekt in der Kunst waren, auseinander. Über das Selbstbildnis, die Hinterfragung des eigenen Ichs und der Selbstreflektion als Individuum und Künstler, gelangt er zu Portraits von Personen aus seiner Umgebung. Ganz bewußt sucht er dabei den Dialog mit dem kunsthistorischen Background.Anlehnungen an die Künstler der Frührenaissance und die Frühen Niederländer, allen voran Piero della Francesca und Jan van Eyck, finden sich nicht nur in den Bildausschnitten (Brustportraits) und den kleinen Formaten, sondern auch in der Malweise. Mit der von ihm entwickelten Gießharztechnik setzt er die mittelalterliche Lasurtechnik in eine moderne Form um. Ein Portrait besteht aus 4-5 kongruenten, mit Ölfarbe bemalten Pergamentpapieren,die zwischen einzelnen Gießharzschichten liegen. Mit jedem Millimeter läßt von erlenbach das Gesicht aus sich heraus entstehen.Die Direktheit der Portraits – die dargestellten Personen blicken meist aus dem Bild heraus – ziehen den Betrachter in ihren Bann. Doch nicht nur räumlich wahrt die letzte Gießharzschicht die Distanz. Seltsam vertraut, aber letztendlich verschlossen, steht die dargestellte Person dem Betrachter gegenüber, der an der Oberfläche des Bildes zurückbleibt. Sein Wunsch, dem Dargestellten näher zu kommen, bleibt unerfüllt. Die Arbeiten entwickeln eine eigentümliche Tiefe und aus dieser heraus eine ungewöhnlich starke Präsenz, obwohl sie auf den ersten Blick eher unscheinbar wirken. Die Gesichter tragen Spuren ihres Inneren, wecken Assoziationen und Emotionen. Sie bieten Identifikationsflächen für den Betrachter. von erlenbach fungiert letztlich als Mittler: der Betrachter und auch der Künstler selbst, sehen sich und ihre eigene Identität in Abgrenzung zur dargestellten Person. Der repräsentative Aspekt, der oft zur zentralen Bestimmung des Portraits wird, gelangt in den Hintergrund. Entbunden von Raum und Zeit, ohne charakterisierende Gegenstände, macht von erlenbach sich, im wörtlichen Sinn, sein eigenes Bild dieser Personen. Um sich den vielschichtigen Aspekten des Portraits anzunähern arbeitet er parallel mit den unterschiedlichsten Medien. Dazu gehört die Serie „Reflections“, in Öl auf Leinwand ausgeführte Portraits, die in ihren Ausschnitten an die Sprache der Medien anknüpfen, wie auch die Videoportraits, in denen die einzelnen Personen sich selbst beschreiben („Autoportraits“).


P+O+R+T+R+Ä+T

das
immergleiche
hat sich
verändert
es steckt in den poren
ich öffne die oberfäche
von innen raus
mal sehen was kommt
der duft ist strenger geworden
er hat sich angesammelt
gleichmäßig verteilt
die erlebnisse
feine eindrücke,
aufgenommen
über die zeit

die glätte ist einer rauheit gewichen
die den ansatz der verwitterung in sich trägt
noch sind keine risse zu sehen
manche stellen scheinen dünner
ich steck den finger in den bauchnabel
und schaue ob ich mich verstecken kann
in mir

endlos
spürt die hand
dem körper entlang
fläche
enge
hülle

es pulsiert;

nässe macht dich glatt
schafft momente der klarheit
schon sind die poren wieder geschlossen
die tiefe weicht der oberfläche
ohne diese zu
negieren

erinnerung;
ich reibe meine zehen aneinander
morgens
braungeränderte augen
blonde farbigkeit

michael von erlenbach