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Isa Dahlgeb. 1965 in Ravensburg | lebt und arbeitet in Stuttgart
Förderprojekt 1999 ![]() Ausbildung
Zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. den Villa Romana Preis, das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium und ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Würtemberg Isa Dahl zelebriert in ihren "Vorhangbildern" Ölmalerei in einer Weise, die klassischer zunächst nicht sein könnte. Am Ende eines rein malerischen Prozesses stehen jedoch Bilder, die an virtuelle Seherfahrungen erinnern und ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht scheinbar völlig gegensätzlicher Bildwelten aufweisen. Isa Dahl betreibt eine Malerei, die in Bezug auf ihre Mittel nicht klassischer sein könnte. Als Bildträger benutzt sie dickes Baumwollgewebe, Köper oder Leinwand. Ein nichtsaugender Malgrund sorgt dafür, daß die in Schichtenaufgetragene Farbe nicht vom Tuch aufgesogen wird. Über eine Vielzahl von Schichtungen gelangt sie von Hell nach Dunkel, um dann, im letzten Stadium ihres Malprozesses, die Farbe entweder mit dicken Borstenpinseln wieder abzutragen, um somit die Leuchtkraft der unten liegenden Farbschichten erneut zum Vorschein zu bringen,oder die Flächen durch eine ölige Naß in Naß-Technik zu überarbeiten und neu zu strukturieren. Die Prozesshaftigkeit des Malens an sich stellt also einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit dar. Ihre Bilder jedoch, die am Ende dieses Prozesses als einziges, dem Betrachter zur Verfügungen stehendes Zeugnis bleiben, erinnern eher, abgesehen von ihrer im positiven Sinne eigenartigen Farbigkeit, an neue, zeitgemäße, ja fast virtuelle Bildwelten. Durch den gezielten Einsatz malerischer Effekte wird Raum vorgetäuscht. Trotz des kompositionellen „all over“ wird Bewegung suggeriert. Der Aspekt der Komposition wird, zumindest in den Vorhangbildern, weitgehend zugunsten einer flächen- und formatübergreifenden linearen Strukturierung aufgegeben. Farbe existiert in einer Vielzahl von Nuancen, die trotz der gedeckten, fast „schmutzigen“ Farbigkeit eine enorme Leuchtkraft entwickelt. Farbtiefe in Verbindung mit überlagernder Struktur suggeriert Raum. Durch geschicktes Inszenieren von Schärfe und Unschärfe in ihrer Relation wird der Betrachter immer wieder aufgefordert, das Gesehene zu überprüfen und neu zu bewerten. Assoziationen an Fernsehen und Bildschirme drängen sich auf. Die Frage nach dem, was ein gemaltes Bild in seiner direkten Konkurrenz zu uns alltäglich umgebenden Bildern zu leisten vermag, wird zum Thema. Paradigmatisch hierfür sind ihre Vorhangbilder. Durch Dahls Interesse an Fassaden, Einblicken, Gardinen und Verhüllungen gelangt sie über den bereits angesprochenen Prozeß des Malens zu einer Bildform,die ein weites Feld von Bezügen aufweist. So wird zum einen Malerei mit all ihren Aspekten zelebriert, zum anderen eine Bewertung des Betrachters herausgefordert,die weit über die Disziplin der Malerei hinausweist und sich eher im Spannungsfeld aktueller Seherfahrungen- und gewohnheiten bewegt. Am Ende bleiben Bilder, die malerischer nicht sein könnten, jedoch ständig die Frage nach ihrer Kontextualität aufwerfen, da sie Beziehungen aufweisen, die aus scheinbar völlig gegensätzlichen Bildwelten entstammen. Florian Schmid |
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