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Frank Ahlgrimm

geb. 1965 in Rerik | lebt und arbeitet in Köln
Förderprojekt 1999


Ausbildung
1996-1998 Aufbaustudium an der staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, bei Marianne Eigenheer
1990-1996  Studium der Malerei und Grafik an der staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei R. Schoofs
   
Einzelausstellungen 
2008 BOTOX TO GO, Galerie Reinhard Hauff, Stuttgart
2007  Home of Beauty, Galerie der Stadt Backnang
Le Parkour, Galerie Wilma Tolksdorf Frankfurt
2003  Le Parkour, Galerie Wilma Tolksdorf Frankfurt
private cinema, AP4-ART Gallery Geneva
2005 hunting-ground, Galerie Reinhard Hauff Stuttgart
2004 Willst Du ein Pferd kaufen, bleibe nicht beim Esel stehen, Künstlerhaus Ulm
2002 Wann und wo immer Du willst, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
2001 Enter, Gruppenausstellung in der Kunststiftung Baden-Württemberg, Stuttgart
2000 Enter, Gruppenausstellung in der Kunststiftung Baden-Württemberg, Stuttgart
1999 Ahlgrimm Tor 1, Ausstellung der Fliegenden Galerien, Stuttgart
   
Gruppenausstellungen (Auswahl) 
2008 Einfach so..., Kunstraum Düsseldorf, Düsseldorf
2006  true colour, Columbus Art Foundation, Ravensburg
2005  Das Kartell lässt den Dom im Dorf. Und das ist auch gut so; Emmanuel Walderdorff Galerie, Köln
drei, zwei, eins, Columbus Art Foundation, Ravensburg
2004 Hobby deluxe, Atelier Wilhelmstraße e.V., Bad Cannstatt (Stuttgart)
East International, Norwich Gallery, Norwich/England
Take Care, Columbus Art Foundation, Kunsthaus Hamburg
Junge Kunst, Stipendiaten der Kunststiftung Baden-Württemberg, Galerie der Stadt Aalen
2003 Oberkante Unterlippe oder die optische Mitte, Köln
Junge Kunst 2003/2004, Kunstmuseum Singen
artgenossen, Installationsprojekt mit Vanessa Henn, OHa Kunst e.V., im Wasserturm Eutin
Entscheidungshilfen mit Eva Koberstein, Kunststiftung Baden-Württemberg, Stuttgart
Realwelten - Gegenwelten, Kunstpreis der Stadt Bühl
Meilensteine der Leitkultur, Schapp - der Effektenraum, Stuttgart
2002 Gemalt, Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart
Jubiläumsausstellung (R. Schoofs), Museum der Stadt Goch,  Künstlerhaus Atoll
Wann und wo immer Du willst, Debütantenausstellung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
2001 Form Follows mit Treder, Quantius, Sammlung Columbus
Fin de Curso, Talleres a Marron, Barcelona
Mostra Pikorika, des Collectiu Artistik a Marron, Barcelona
1999 Ansichtssache Malerei (mit G. Basch, M. von Erlenbach), Columbus Art Foundation, Zußdorf, Deutschland
Der Fremde Garten, Mitgliederausstellung des Württembergischen Kunstvereins
Die Anfänge der Plastischen Chirugie mit A. Subke und H. Pfrommer, Galerie Thomas Bredel, Stuttgart
1997 Stuttgart - Dresden, Ausstellungsbeteiligung, Brühlsche Terassen Dresden
1996 Klasse Schoofs, Galerie Timm Gierig, Frankfurt
1993 Zug-Kunst (Projekt der Deutschen Bundesbahn)
   
Stipendien
2002  Stipendium der Kunststiftung Stuttgart
2001  Debutantenförderung der Kunstakademie Stuttgart
2000/01 DAAD Jahres-Stipendium (Spanien)
2000 Atelierförderung des Museum Waiblingen
1998-2000 Landesgraduierten-Stipendium Baden-Württemberg
1997/98 Auslands-Stipendium des Landes Baden-Württemberg (Kuba)
1994 Akademiepreis der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart



Viel Raum, viel Atem ist in den Bildern von Frank Ahlgrimm, viel Zeit, auch wenn die meist sehr großen Leinwände kaum Platz haben in der winzigen Wohnung, in der er lebt; vielleicht gerade deshalb wird die Malerei Ahlgrimms zum Ort der Kommunikation, der eigenen Erfahrungen, der Reisen in die Welt, drinnen und draußen.Wohltuend ist die Abwesenheit von Statements für oder gegen die Malerei heute, für oder gegen die Figuration oder Abstraktion. Was dagegen ganz klar ist, die Bilder entstehen im Jetzt, sind keine Basis für papierene Argumentationen. Frank Ahlgrimm muss seine Malerei nicht verteidigen. Es bedarf keiner Rechtfertigung, dass er gerne malt, dass die Malerei und auch die Zeichnung im Augenblick die Medien sind, mit welchen er umgehen will. Befreiend auch für den Betrachter, dass er einfach sehen kann, nicht immer die eigene Neugier und auch das Vergnügen zügeln muss, um nicht in eine Falle der Ironie hineinzugeraten.
Trotz dieser "Leichtigkeit des Seins" sind Frank Ahlgrimms Bilder aber nicht simpel, sie kommen keinem gängigen Wahrnehmungsstil entgegen. Im Gegenteil, sie behaupten ihre Selbständigkeit und Präsenz so klar, wie es Frank Ahlgrimm auch als Persönlichkeit tut. Eine Unabhängigkeit, die selten ist. Man kann sich gut vorstellen, dass Ahlgrimm einfach eines Tages aufhört, wenn er das für ihn letzte Bild gemalt hat.Wenn er es dann für richtig hält, einfach mit etwas anderem weiterzufahren, sei es aufs Meer zu fahren, weit weg zu reisen, oder einfach zu leben, wird er es tun (man lasse sich aber nicht täuschen, "das Leben ist eines der schwersten" hat schon Erich Kästner verlauten lassen).
Frank Ahlgrimms Bilder haben aber auch einen anderen "Hintergrund", der die Tatsache bedingt, warum sie so leicht, so schwerelos sein können. Wenn man sich mit seinen Zeichnungen und der Malerei  eingehend befasst,findet man eine vielfältige intellektuelle Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunst vor. Man fängt an zu verstehen, dass diese Selbstverständlichkeit der Arbeiten auch daher kommt, weil der Malprozess nicht einfach irgendwie "aus dem Bauch heraus" abläuft, sondern eine sehr konzentrierte, gespannte Spontanität als Ausgangsbasis hat. Eine organisch wachsende malerische Intellektualität entwickelte sich so über die Jahre. Ein malerisches Gebäude, welches die verschiedensten Ebenen im Form- und Farb-Raum, aber auch im Zeit-Raum emotional und intellektuell umschließt, entsteht. Frank Ahlgrimm macht sich über all die Jahre seiner künstlerischen Entwicklung hinweg “EIN BILD” -das Bild seiner Weltwahrnehmung. Dies ist wahrscheinlich ein wesentlicher Grund für ihn, bei jedem Bildimmer wieder neu anzufangen und nicht den leichten Weg der unentwegten Bilder-Produktion einzuschlagen.
Künstlerische Identität ist heute - wie wohl schon immer - jeden Tag neu zu erarbeiten. Ein Prozess, der in unserer heutigen westlichen Welt wohl immer schwieriger wird.

Marianne Eigenheer




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