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Kinder für Kinder in L'Aquila



Marco Ceroli, unser langjähriger und viel geschätzter Kunstpädagoge, reiste 2010 in die Region Abruzzen (L´Aquila), um dort mit einigen vom Erdbeben 2009 betroffenen Kindern künstlerisch zu arbeiten. Zu diesem Zeitpunkt waren viele Menschen in provisorischen Camps untergebracht, da der Wiederaufbau nur langsam voranging. In einer der wenigen wiedereröffneten Grundschulen in Paganica hat er mit 380 Schülern aus Kartonagen, Folien, diversen Werkzeugen, Farben und Pinseln die neue Wunschstadt aufgebaut.

Die Kinder erlebten dadurch im übertragenen Sinne, wie man aus „Bruchstücken“ Neues entstehen lassen kann und welche starken sozialen Verbindungen durch das gemeinsame Arbeiten und Anpacken entstehen.

Nach langer Vorbereitung, verschiedenen Gesprächen mit Verwaltungen und der Schule wurde die neu errichtete Turnhalle vom 25.05 bis 02.06.2010 in ein Atelier verwandelt. In Zusammenarbeit mit allen Schülern der Grundschule und weiteren Schülern aus L´Aquila ist eine neue Stadt, die „Stadt der Zukunft“, entstanden, die in einer Vernissage am 02.06.2010, dem italienischen Nationalfeiertag, der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Am Ende des Projekts erhielten die Kinder ihr selbst gebasteltes Haus wieder zurück. Die von Marco mitgebrachten Werkzeuge und Materialien sind in der Grundschule verblieben.
Das Projekt wurde per Video von zwei Abiturienten der Waldorfschule Ravensburg, Nikhiil Konrad und Lennard Morrice Ortmann, festgehalten. Der Film ist zweisprachig (deutsch – italienisch) erstellt und wurde im Rahmen von weiterführenden Projekten im Kunsthaus Bregenz, bei Columbus Art Foundation und anderen Institutionen gezeigt.

Marco Ceroli stammt selbst aus Italien. Der Heimatort seiner Eltern, Lanciano, liegt nicht weit von L´Aquila entfernt, weswegen dieses Projekt eine Herzensangelegenheit darstellte.
Seine Methodik ist es, den Kindern durch einen spielerischen Umgang mit Werkzeugen und Techniken künstlerisches Arbeiten nahe zu bringen. Dabei gibt es kein schön oder nicht schön, vielmehr zählt die eigene Art zu malen. Von Anfang an wird nicht auf das Endprodukt hingearbeitet. Vielmehr stehen die Entwicklung während des Malens und die eigene kreative Stärke im Vordergrund. Durch das Erlernen von Kunsttechniken und die Anwendung verschiedener Werkzeuge, wird es für ein Kind leichter, mit und über Kunst zu kommunizieren.